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Wenn das Geld kommt, darf die Kunst gehen – diese Erfahrung wird nicht nur in Berlin allzu oft gemacht. Kunst ist gern gesehen, um eine lebendige kreative Szene zu etablieren. Ist der Standort dann attraktiv geworden, steht die Kunst oft weitergehenden finanziellen Verwertungsinteressen im Wege und wird verdrängt. In Schöneweide soll sich die Kunst dagegen dauerhaft etablieren. Das ehemalige Industriegebiet von Schöneweide birgt dafür phantastische Gestaltungsmöglichkeiten. Die Schauhallen Berlin sind angetreten, die ehemaligen Produktionshallen vom Transformatorenwerk Oberspree nachhaltig für Kunst und Kultur zu erschließen. Der Charme der alten, maroden, unfertigen Industriearchitektur soll dabei nicht wegsaniert werden. Neue Nutzungen sollen die Spuren der Industriegeschichte bewusst einbeziehen und für kreative Lösungen öffnen. Das 15.000qm große Hallengelände soll langfristig und nachhaltig ausschließlich kulturellen Nutzungen vorbehalten sein. Kunstcommunity unter einem DachDie bisherige Planung sieht ein großes, zusammenhängendes Gebäude vor.Wie eine Hülle soll sich die neue Fassade der Schauhallen über die alten Industriehallen schieben. Der neue Raumkörper soll den Charme der frühen Berliner Industriearchitektur konservieren und sie zeitgemäßen, flexiblen Nutzungen öffnen. Eine Vision die ausstrahlt und die Bestand hat – auch wenn die Umsetzung sich am Machbaren orientieren muss. Seit Jahren wirbt das Schauhallenteam in der internationalen Kunstszene um finanzstarke Partner. Dabei steht der Gedanke einer „kreativen Community“ im Vordergrund, die im Rahmen der Schauhallen jedem Partner den größtmöglichen Spielraum einräumt. Das Schauhallen-Konzept stößt weltweit auf Interesse – gebremst allerdings durch die internationale Finanzkrise die besonders der Kunstwelt enge Grenzen setzt. Die Entschleunigung der zeitnahen Realisierung der Schauhallen ist auch der Wahrnehmung des Standortes geschuldet: In Berlin wird Schöneweide noch immer als Randlage gesehen, als zu weit ab von der Mitte der Stadt. Doch die Entwicklung Berlins verläuft entlang der Spree, analog dazu wächst auch das Interesse an dem Industriegebiet mit dem großen Gestaltungspotential. Entwicklung in passgenauen EinheitenStatt nur auf millionenschwere Investitionen zu setzen, öffnet sich das Schauhallen-Konzept und ermöglicht eine kleinteilige Entwicklung vor Ort: Die vorhandenen Räume werden der Nutzung durch die Kunst- und Kulturszene zur Verfügung gestellt. Dabei gilt weiterhin das Prinzip, das Areal als Ganzes zu erhalten. Die einzelnen Gebäude können von Nutzern in passenden Einheiten entwickelt werden, wobei die Mietoption Priorität hat, es aber auch Investitions- und Kaufmodelle geben kann. Ziel ist es, der Kunstcommunity Raum zu bieten für kreatives Arbeiten zu bezahlbaren Konditionen. Beispielgebend dafür ist die Ansiedlung vom "Industriesalon Berlin Schöneweide e.V.", dem auf dem Areal der Schauhallen eine ca. 600 m² große Halle zu so günstigen Konditionen vermietet wurde, dass der Verein die Möglichkeit hat, sich langfristig zu entwickeln. Im Gegenzug hat der Industriesalon die Investitionen übernommen, die zum Ausbau der Halle für seine Zwecke erforderlich sind. |