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| Alte Hallen für neue Kunst |
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Markt: Umbau von Berliner Industriebauten geplant von Boris Hohmeyer Die Berliner Wilhelminenhofstraße im südöstlichen Stadtteil Oberschöneweide ist ein Prachtboulevard der Industriearchitektur, nur die Reinbeckhallen von 1924 wirken etwas unscheinbar zwischen all dem kaiserlichen Prunk und der Peter-Behrens-Strenge. Doch gerade in ihnen soll neues Leben fürs Quartier entstehen. Der Frankfurter Galerist Hellmut Schuster und der Berliner Anwalt Sven Herrmann haben die vier verwahrlosten Hallen nebst einem benachbarten DDR-Betonkubus gekauft und wollen sie bis 2007 zu "Schauhallen" für die Gegegenwartskunst herrichten lassen. Zwei Privatkollektionen, darunter der Londoner Bestand von Vicky Hughes und John A. Smith, sowie Zweigstellen zweier Museen und 16 internationaler Galerien sollen auf rund 10.000 Quadratmetern vor allem vermögende auswärtige Sammler anlocken. Den zehn Millionen Euro teuren Umbau soll ein Großunternehmen bezahlen, das dafür dem Ausstellungsbau seinen Namen geben darf. Gewinn soll das Projekt mit Galeriemieten, Kunstverkäufen und Gastronomie machen: Die Museen bekommen als die Besuchermagneten des Standorts ihre Räume gratis. Im Auge hat Schuster das New Yorker Whitney Museum sowie das Frankfurter Museum für Moderne Kunst. Dessen stellvertretender Direktor Andreas Bee möchte in Berlin Werkblöcke zeigen, für die im Stammhaus der Platz fehlt, etwa von Walter de Maria oder Bill Viola. Ob sich in der galerien- und museenreichen Hauptstadt ein weiteres Kunstzentrum, zehn Kilometer von der Innenstadt entfernt, überhaupt durchsetzen kann, scheint ungewiss. Gerade ist die renommierte Daad-Galerie wegen Besuchermangel von der keineswegs abseitigen Kurfürstenstraße in die Zimmerstraße am Checkpoint Charlie umgezogen. Dieser Artikel erschien im Kunstmagazin art Ausgabe Nr. 3 im März 2005. |